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Cannabis bei MS: Studienlage, Wirkung und Therapie bei Multipler Sklerose
Cannabis bei MS ist eines der am besten untersuchten Anwendungsgebiete für medizinische Cannabinoide in Deutschland — und trotzdem bleibt die Lage differenziert: Manche Symptome sprechen gut an, bei anderen ist die Evidenz dünn, und am Krankheitsverlauf selbst ändern Cannabinoide nach aktuellem Stand nichts. Dieser Ratgeber ordnet Studienlage, Wirkprinzip und ärztlichen Weg sachlich ein — als Teil unserer Indikationen-Übersicht; siehe auch Spastik als Symptom und chronische Schmerzen. Die Wirkstoffe THC und CBD stehen dabei im Mittelpunkt — als Bausteine von medizinischem Cannabis.
Verfasst von
HealGreen Redaktionsteam
Zuverlässige und geprüfte medizinische Informationen, zusammengestellt von unserem Redaktionsteam und Apotheken
Cannabis und MS: Was du auf dieser Seite erfährst
Wenn du dich mit dem Thema Cannabis bei MS (Multipler Sklerose) beschäftigst, bekommst du hier eine geordnete Übersicht zum Stand der Forschung — keine Heilversprechen. Wir schauen, bei welchen MS-Symptomen Cannabinoide laut Studien helfen können, vor allem bei Spastik und damit verbundenen Schmerzen, und wo die Daten dünn bleiben.
Du erfährst, welche Cannabis-Arzneimittel in Deutschland für MS eine Rolle spielen, wie THC und CBD im Endocannabinoid-System wirken, welche Nebenwirkungen beschrieben sind und unter welchen Voraussetzungen eine ärztliche Verordnung möglich ist. Ob eine Cannabis-Therapie im Einzelfall infrage kommt, entscheidet immer eine approbierte Ärzt:in nach individueller Prüfung deiner Vorgeschichte, bisheriger Therapien und der aktuellen Symptomatik.
Multiple Sklerose — eine Einordnung
Bevor es um Cannabinoide geht, lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Erkrankung. MS verläuft individuell sehr unterschiedlich und betrifft viele Lebensbereiche gleichzeitig.
Was ist Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche, demyelinisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Das Immunsystem greift dabei die Myelinscheiden im Gehirn und Rückenmark an. Es kommt zu einer Störung der Blut-Hirn-Schranke, Immunzellen wandern ins Hirngewebe ein, und es entsteht das pathologische Kennzeichen der MS: der Verlust von Myelin und Oligodendrozyten in weißer und grauer Substanz. Anfangs kann sich Myelin teils neu bilden, mit der Zeit erschöpft sich diese Reparaturkapazität, und es entstehen narbige Plaques. MS gilt als häufigste Ursache nicht-traumatischer neurologischer Behinderung bei jüngeren Erwachsenen nordeuropäischer Abstammung und betrifft weltweit etwa 2–3 Millionen Menschen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, das Verhältnis liegt bei rund 3:1. Quellen: Compston und Coles 2002, 2008; Kurtzke 1993; Runmarker und Andersen 1993
Typische Symptome und Krankheitsverlauf
Etwa 85 % der Patient:innen erleben zu Beginn die schubförmig-remittierende Form (RRMS). Sie ist gekennzeichnet durch akut oder subakut einsetzende neurologische Ausfälle, die länger als 24 Stunden anhalten und sich meist innerhalb von Wochen ganz oder teilweise zurückbilden. Der typische Erkrankungsbeginn liegt im frühen dritten Lebensjahrzehnt. Bei rund 10–15 % der Betroffenen verläuft die Erkrankung von Anfang an primär progredient (PPMS), mit späterem Beginn und ohne klare Schübe. Über etwa 25 Jahre entwickelt ein Großteil der RRMS-Patient:innen eine sekundär progrediente Phase mit zunehmender Behinderung, die mit Atrophie und Axonverlust im Rückenmark korreliert. Quellen: Compston und Coles 2002, 2008; Weinshenker et al. 1989; Bjartmar et al. 2000
Mit fortschreitender Erkrankung summieren sich entzündliche Attacken, Axone gehen verloren, die normale Reizweiterleitung wird gestört. Daraus entstehen die belastenden Alltagssymptome: Spastik, schmerzhafte Muskelkrämpfe, Tremor, Schmerzen, Fatigue (Erschöpfung) sowie Blasen- und Sexualfunktionsstörungen. Diese Symptome haben einen erheblichen negativen Einfluss auf die Lebensqualität. Quellen: Compston und Coles 2002; Confavreux und Vukusic 2006; Amato und Ponziani 2000
Warum Symptomkontrolle so wichtig ist
Die heute verfügbaren immunmodulatorischen Therapien können in der frühen, entzündlich geprägten Phase die Schubrate und Läsionslast reduzieren. In der späteren neurodegenerativen Phase sind sie weitgehend wirkungslos — hier rücken neuroprotektive und vor allem symptomlindernde Strategien in den Vordergrund. Genau hier setzt die Diskussion um medizinisches Cannabis an: nicht als Therapie der MS selbst, sondern zur Linderung belastender Symptome wie Spastik und neuropathischer Schmerzen, wenn Standardtherapien nicht ausreichen. Das Bundessozialgericht stuft MS ausdrücklich als „schwerwiegende Erkrankung" im Sinne des § 31 Abs. 6 SGB V ein, eine wichtige Voraussetzung für die Verordnung von Cannabisarzneimitteln zulasten der gesetzlichen Krankenkassen. Quellen: Leray et al. 2010; Miller und Leary 2007; Bundessozialgericht 2015
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Spastik und das Endocannabinoid-System
Warum Cannabinoide bei MS überhaupt eine Rolle spielen, erklärt sich über das Endocannabinoid-System (ECS): ein körpereigenes Regulationsnetzwerk, das Muskeltonus, Schmerzweiterleitung und Entzündungsreaktionen mitsteuert, also genau die Bereiche, die bei MS aus dem Gleichgewicht geraten.
Was ist Spastik bei MS?
Spastik ist eines der häufigsten und belastendsten Symptome bei Multipler Sklerose. Sie entsteht, wenn die absteigenden Bahnen vom Gehirn zum Rückenmark durch Entzündungsherde geschädigt werden. Hemmende Signale fallen weg, der Dehnungsreflex wird übersteigert. Die Folge: erhöhter Muskeltonus, unwillkürliche Anspannung und manchmal schmerzhafte Krämpfe, oft schon in Ruhe. Quellen: Adams und Hicks 2005; Nielsen et al. 2007; Barnes et al. 2003
Wie das Endocannabinoid-System Muskeltonus reguliert
Das ECS arbeitet wie eine neurochemische Bremse: Bei starker Reizweiterleitung produziert die Nervenzelle Botenstoffe wie Anandamid (AEA) und 2-Arachidonylglycerol (2-AG). Diese binden rückwärts an CB1-Rezeptoren der vorgeschalteten Zelle und drosseln dort die Ausschüttung von Glutamat und anderen Transmittern. So werden überschießende Erregungen normalisiert, ohne die normale Aktivität zu blockieren. In Tiermodellen der MS sind die Anandamid-Spiegel im Rückenmark von Tieren mit Spastik erhöht, ein Hinweis auf einen körpereigenen Gegenregulationsversuch. Quellen: Katona und Freund 2008; Moreira und Lutz 2008; Baker et al. 2001
CB1- und CB2-Rezeptoren bei MS
Beide Cannabinoid-Rezeptoren spielen unterschiedliche Rollen. CB1 sitzt vor allem auf Nervenzellen und dämpft die Erregungsweiterleitung, das erklärt die spasmolytische Wirkung. CB2 findet sich überwiegend auf Immunzellen, Mikroglia und Astrozyten und wirkt entzündungshemmend. In MS-Modellen beschleunigt das genetische Ausschalten von CB1 die neurologischen Defizite, während Cannabinoid-Agonisten die Neurodegeneration durch Neuroinflammation hemmen können. Damit liefert das ECS eine plausible biologische Brücke zwischen MS-Symptomen und einer Cannabinoid-Therapie. Die klinische Wirksamkeit muss aber für jede Indikation einzeln betrachtet werden. Quellen: Jackson et al. 2005; Pryce et al. 2003; Baker et al. 2000
Zugelassene Cannabis-Arzneimittel bei MS
Wenn von einem in Deutschland zugelassenen Cannabis-Arzneimittel speziell für Multiple Sklerose die Rede ist, geht es um ein einziges Präparat: ein Mundspray mit dem Wirkstoff Nabiximols. Alles andere — Cannabisblüten, ölige Cannabisextrakte, Dronabinol-Rezepturen — ist zwar verordnungsfähig, aber nicht für MS arzneimittelrechtlich zugelassen.
Nabiximols als Mundspray
Nabiximols ist eine standardisierte Kombination aus zwei Cannabisextrakten: einem THC-dominanten und einem CBD-dominanten Dickextrakt aus Cannabis sativa L. Ein Sprühstoß (100 µl) enthält 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD, formuliert als Oromukosalspray, also zur Anwendung in der Mundhöhle. Nach vier Sprühstößen sind beide Wirkstoffe innerhalb von 15 Minuten im Blut nachweisbar; die maximale Konzentration wird nach 60 bis 120 Minuten erreicht. Bis die individuell passende Dosis gefunden ist, läuft eine Titrationsphase von bis zu zwei Wochen nach festem Schema der Fachinformation.
Einsatzgebiet und Verschreibungsvoraussetzungen
Die Zulassung ist eng gefasst: zur Zusatzbehandlung von Symptomen bei mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund von MS, wenn andere antispastische Arzneimittel nicht ausreichend gewirkt haben und ein Anfangstherapieversuch eine klinisch erhebliche Besserung gezeigt hat. Damit ist das Mundspray ein Add-on, kein Mittel der ersten Wahl. In den Leitlinien zur Therapie des spastischen Syndroms wird Nabiximols entsprechend bei therapieresistenter Spastik empfohlen.
Wird das Spray innerhalb dieser zugelassenen Indikation verordnet (in-label), übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten ohne separates Genehmigungsverfahren. Wird es außerhalb der Zulassung eingesetzt (off-label), muss die Patient:in einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.
Abgrenzung zu Cannabisblüten und -extrakten
Cannabisblüten und ölige Cannabisextrakte sind in Deutschland keine zugelassenen Fertigarzneimittel, sondern Rezeptur- bzw. Defekturarzneimittel, die seit dem Cannabisgesetz von 2017 auf BtM-Rezept verordnet werden können. Daten der Begleiterhebung des BfArM zeigen, dass bei MS und Spastik bis zu 45,5 % der mit Blüten behandelten Patient:innen zuvor Nabiximols erhalten hatten, ein Hinweis auf nicht ausreichende Wirkung oder Verträglichkeit des Sprays in dieser Gruppe. Welche Darreichungsform sinnvoll ist, entscheidet immer die behandelnde Ärzt:in im Einzelfall. Quellen: Platz 2018; Schmidt-Wolf und Cremer-Schaeffer 2019; BfArM Begleiterhebung 2022
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Studienlage zu Cannabinoiden bei Multipler Sklerose
Die Forschung zu Cannabinoiden bei MS ist in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich gewachsen. Die größten Effekte zeigen sich bei Spastik und neuropathischen Schmerzen, während die Datenlage zu anderen Symptomen dünner ist. Zentral: Die Evidenz spricht für Symptomlinderung, nicht für eine Beeinflussung des Krankheitsverlaufs.
Evidenz bei Spastik
In einer gepoolten Analyse von drei MS-Studien verbesserten THC-haltige Cannabinoide die patient:innenberichtete Spastik im Schnitt um 0,76 Punkte auf einer 0–10-Skala gegenüber Placebo. Eine Übersichtsarbeit stuft orale Cannabisextrakte und THC-haltige Sprays als „wahrscheinlich wirksam" für patient:innenberichtete Spastik-Werte ein, während die ärztlich gemessene Ashworth-Skala keine konsistenten Effekte zeigte. Diese Diskrepanz ist methodisch wichtig: Die Ashworth-Skala bildet nicht das ab, was Patient:innen im Alltag spüren. Quellen: Whiting et al. 2015; Koppel et al. 2014; NASEM 2017
Evidenz bei neuropathischen Schmerzen
Die CAMS-Studie mit über 600 MS-Patient:innen zeigte unter THC bzw. THC/CBD bei mehr als 50 % der Teilnehmenden eine Schmerzreduktion. Eine Metaanalyse mit individuellen Patient:innendaten fand eine signifikante Linderung neuropathischer Schmerzen unter inhalativem Cannabis im Vergleich zu Placebo. Übersichtsarbeiten sprechen dennoch nur eine eingeschränkte Empfehlung als Add-on aus, wenn Standardtherapien nicht ausreichend wirken. Quellen: Zajicek et al. 2003; Andreae et al. 2015; Häuser et al. 2017
Evidenz bei Blasenfunktion und Schlaf
Erste klinische Studien deuten auf eine Wirkung bei MS-bedingter Blasenfunktionsstörung hin: Cannabisextrakte reduzierten Inkontinenzepisoden und erhöhten das Blasenvolumen. Übersichtsarbeiten beschreiben außerdem positive Effekte auf den Schlaf bei chronischen Beschwerden, wobei diese teilweise über die Schmerzlinderung vermittelt sein dürften. Quellen: Brady et al. 2004; Freeman et al. 2006; Whiting et al. 2015
Grenzen der aktuellen Studien
Die Studienlage hat klare Limitationen: wenige große RCTs, sehr heterogene Designs, kurze Beobachtungszeiträume und eine umstrittene Ashworth-Skala. Eine neuere Metaanalyse fand für Spastik bei MS und Paraplegie keine signifikante Wirkung. Auf Entzündung und Krankheitsprogression der MS wirken Cannabinoide nach aktueller Datenlage nicht. Quellen: Karst und Passie 2018; Da Rovare et al. 2017
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Nebenwirkungen und Risiken bei MS-Patient:innen
Cannabisarzneimittel gelten unter ärztlicher Kontrolle und bei oraler oder oromukosaler Anwendung als gut verträglich. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten, treten aber auf. Gerade MS-Patient:innen sollten sie kennen.
Häufige Nebenwirkungen
In der bundesweiten Begleiterhebung des BfArM waren die häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen Müdigkeit (14,9 %), Schwindel (9,8 %), Schläfrigkeit (6,0 %), Mundtrockenheit und Übelkeit (je 4,9 %). Beim für MS-Spastik zugelassenen Mundspray Nabiximols lagen die Werte etwas höher (Müdigkeit 18,2 %, Schwindel 15,0 %). Berichtet werden außerdem Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen sowie eine leichte Tachykardie. Die meisten dieser Effekte sind dosisabhängig, vorübergehend und lassen sich durch langsames Eindosieren („start low, go slow") deutlich reduzieren. Quellen: BfArM-Begleiterhebung 2022; MacCallum und Russo 2018; Schimrigk et al. 2017
Wechselwirkungen mit MS-Medikamenten
THC und CBD werden über die Leber-Enzyme CYP3A4 und CYP2C19 abgebaut. Klinisch relevant ist vor allem die Verstärkung sedierender Effekte durch andere zentral wirksame Arzneimittel, etwa Muskelrelaxantien, Benzodiazepine oder Antidepressiva. CBD kann zudem den Spiegel anderer Wirkstoffe wie Clobazam oder Tacrolimus deutlich erhöhen. Quellen: Stott, White et al. 2013; Leino, Emoto et al. 2019; Franco und Perucca 2019
Wann Cannabis nicht geeignet ist
Als Kontraindikationen gelten Schwangerschaft und Stillzeit, ein Alter unter 18 Jahren, schwere psychische Erkrankungen (insbesondere Schizophrenie), koronare Herzkrankheit, instabiler Blutdruck sowie schwere Leberfunktionsstörungen. Die individuelle Eignung prüft immer die behandelnde Ärzt:in. Quellen: Ziegler 2022; Beaulieu, Boulanger et al. 2016
Rolle der Ärzt:in bei der Therapie-Entscheidung
Ob medizinisches Cannabis bei MS infrage kommt, entscheidet immer eine approbierte Ärzt:in, nicht HealGreen. Wir sind die Plattform, die diesen Prozess digital begleitet. Die medizinische Verantwortung trägt die Ärzt:in, die deinen Fall prüft.
Wann Cannabis als Therapieoption infrage kommt
Cannabisarzneimittel sind in Deutschland kein Mittel der ersten Wahl. Sie kommen in Frage, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und etablierte Therapien nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Das Bundessozialgericht stuft Multiple Sklerose ausdrücklich als schwerwiegende Erkrankung in diesem Sinne ein.
In der Praxis spielt vor allem die Spastik eine Rolle: Für die mittelschwere bis schwere MS-Spastik ist das Mundspray Nabiximols (THC/CBD) als Add-on zugelassen, wenn andere antispastische Arzneimittel nicht ausreichend gewirkt haben. Daten der BfArM-Begleiterhebung zeigen, dass Patient:innen mit Spastik und/oder MS in bis zu 45,5 % der Fälle zuvor mit dem zugelassenen Nabiximols-Spray behandelt wurden, bevor sie auf Cannabisblüten umgestellt wurden, ein Hinweis darauf, dass auch dieses zugelassene Präparat nicht bei allen Betroffenen ausreichend wirkt oder vertragen wird. Quellen: BfArM Begleiterhebung 2022; Bundessozialgericht 2015
Was die Ärzt:in prüft
Die Ärzt:in beurteilt deinen Fall individuell. Im Rahmen der Prüfung sind mehrere Fragen relevant, die sich am Arztfragebogen nach § 31 Abs. 6 SGB V orientieren:
- Welche Diagnose liegt vor und wie schwer ist der Verlauf?
- Welche anderen Erkrankungen bestehen zusätzlich, welche Medikamente nimmst du aktuell?
- Welche Vortherapien wurden bereits durchgeführt — und mit welchem Erfolg?
- Welche allgemein anerkannten Behandlungsoptionen stehen sonst zur Verfügung, und warum kommen sie nicht (mehr) infrage?
- Besteht eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbar positive Einwirkung auf Krankheitsverlauf oder Symptome?
Auch Kontraindikationen werden geprüft. Dazu zählen unter anderem schwere Leberfunktionsstörungen, bestimmte psychiatrische Vorerkrankungen wie Schizophrenie, koronare Herzkrankheit sowie ein Alter unter 18 (teils unter 25) Jahren wegen der noch nicht abgeschlossenen Hirnreifung. Quellen: Ziegler 2022; Bundessozialgericht 2015
So läuft die Anfrage bei HealGreen ab
Der Prozess bei HealGreen ist asynchron und rein schriftlich. Es gibt keine Videosprechstunde, kein Telefonat.
- Digitaler Fragebogen (ca. 3 Minuten): Du beantwortest strukturierte Fragen zu Symptomen, Vorerkrankungen und bisherigen Therapien. Die Inhalte entsprechen den Punkten, die eine Ärzt:in für ihre Einschätzung braucht.
- Ärztliche Prüfung: Eine approbierte deutsche Ärzt:in prüft deine Angaben im Rahmen einer telemedizinischen Fernbehandlung. Bei Rückfragen meldet sie sich schriftlich.
- Rezeptausstellung: Hält die Ärzt:in dich für medizinisch geeignet, erhältst du ein E-Rezept digital.
- Partnerapotheke & Lieferung: Das Rezept löst eine deutsche Partnerapotheke ein, diskret, geruchsdicht, in Glasbehältern, in der Regel innerhalb von 24–28 Stunden.
Wichtig: Eine Verordnung ist kein Automatismus. Die Ärzt:in entscheidet im Einzelfall und kann auch ablehnen, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Genau das ist der seriöse Weg.
Quellen (40)
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Medizinischer Haftungsausschluss
Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die zitierten Studien beschreiben den aktuellen Stand der Forschung, nicht das individuelle Ansprechen einer bestimmten Patient:in. Eine cannabisbasierte Therapie kommt nur nach individueller ärztlicher Prüfung und Verordnung in Betracht. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wende dich an deine Ärzt:in oder Apotheker:in.

