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Cannabis bei PTBS: Was die Studienlage zu Cannabinoiden und Trauma zeigt

Cannabis bei PTBS: Stand der Forschung zu Albträumen, Hyperarousal und Schlaf, Risiken sowie der Weg zur ärztlich geprüften Therapie.

Aktualisiert
2026-04-28
Lesezeit
12 Minuten
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Cannabis bei PTBS: Was die Studienlage zu Cannabinoiden und Trauma zeigt

Posttraumatische Belastungsstörungen verändern das Leben oft tiefgreifend: Flashbacks, Albträume, eine Daueranspannung, die selbst nach Jahren kaum nachlässt. Wenn etablierte Therapien an Grenzen stoßen, rückt Cannabis bei PTBS zunehmend in den Fokus — sowohl bei Betroffenen als auch in der Forschung. Dieser Artikel ordnet die Studienlage zu THC und CBD ein, erklärt die Rolle des Endocannabinoid-Systems und zeigt, wo Cannabinoide bei PTBS-Symptomen medizinisch geprüft werden — als Teil unserer Indikationen-Übersicht; siehe auch Cannabis bei Depression und Angstzuständen. Ob medizinisches Cannabis im Einzelfall passt, prüft immer eine approbierte Ärzt:in.

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PTBS verstehen: Symptome, Ursachen und Behandlungswege

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?

Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entsteht, nachdem eine Person ein extremes Ereignis erlebt oder beobachtet hat: Todesgefahr, schwere Verletzung, sexualisierte Gewalt. Nach den DSM-V-Kriterien gehören vier Symptomgruppen zum Krankheitsbild: aufdrängende Erinnerungen (Intrusionen), Vermeidung von Reizen, die an das Trauma erinnern, anhaltende negative Veränderungen von Stimmung und Denken sowie Übererregung und gesteigerte Reagibilität. Quellen: APA, DSM-V (zitiert in NASEM 2017)

Typische Symptome: Flashbacks, Albträume, Übererregung

Im Alltag heißt das: Betroffene erleben Flashbacks und belastende Träume, schlafen schlecht, sind reizbar, schreckhaft oder emotional taub. PTBS ist keine seltene Diagnose. Die Vollbild-Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung liegt bei rund 7 %, in spezialisierten Schmerzeinrichtungen deutlich höher. Quellen: Åkerblom, Perrin et al. 2017

Standardtherapien und ihre Grenzen

Die etablierte Behandlung folgt leitliniengerechten Empfehlungen aus Psychotherapie und Pharmakotherapie. Erst wenn diese Wege ausgeschöpft, unverträglich oder im Einzelfall nicht zumutbar sind, kommt ein cannabisbasiertes Arzneimittel überhaupt in Betracht. Das regelt in Deutschland § 31 Abs. 6 SGB V: Eine Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenkasse setzt eine schwerwiegende Erkrankung und das Versagen oder die Nicht-Anwendbarkeit des allgemein anerkannten medizinischen Standards voraus. Genau hier setzen die Studien zu Cannabis bei PTBS an: Sie betrachten Patient:innen, deren Symptome unter den üblichen Therapien nicht ausreichend kontrolliert sind.

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Endocannabinoid-System und Trauma-Verarbeitung

Warum schaut die Forschung bei PTBS überhaupt auf Cannabinoide? Die Antwort liegt in einem körpereigenen Regelsystem: dem Endocannabinoid-System (ECS). Es wirkt im Gehirn wie ein Puffer für die zentrale Stressantwort und reguliert mit, wie wir Angst erleben, abspeichern und wieder loslassen. Quellen: Morena, Patel et al. 2016; Hill und Lee 2016

CB1- und CB2-Rezeptoren im Gehirn

Das ECS arbeitet vor allem über zwei Bindungsstellen: den CB1- und den CB2-Rezeptor. CB1 ist der dominante Rezeptor im Nervensystem und gehört zu den am häufigsten exprimierten Rezeptoren im Gehirn. Hohe Dichten finden sich im Hippocampus, im limbischen System und in den Basalganglien, moderate Dichten in der Amygdala und im präfrontalen Cortex – also genau in den Regionen, die Furcht, Gedächtnis und emotionale Steuerung verarbeiten. CB2 ist im Gehirn nur schwach vertreten und sitzt vor allem auf Gliazellen, wo er Immun- und Entzündungsprozesse moduliert. Quellen: Kano, Ohno-Shosaku et al. 2009; Cristino, Bisogno et al. 2020

CB1 wirkt dabei wie eine neurochemische Bremse: Wird ein Neuron stark erregt, schüttet die nachgeschaltete Zelle Endocannabinoide aus, die rückwärts an die Senderseite andocken und die Ausschüttung weiterer Botenstoffe wie Glutamat oder GABA dämpfen. So begrenzt das ECS überschießende Erregung – ein Mechanismus, der für Lernen, Gedächtnisbildung und Stressregulation zentral ist. Quellen: Katona und Freund 2008; Moreira und Lutz 2008

Anandamid, Furchtgedächtnis und Extinktionslernen

Die wichtigsten körpereigenen Liganden sind Anandamid (AEA) und 2-Arachidonoylglycerol (2-AG). Bei akutem Stress sinkt AEA, während 2-AG ansteigt. Der AEA-Rückgang aktiviert die Stressachse (HPA-Achse), verstärkt Angstgefühle und beeinträchtigt die Angstauslöschung. Der 2-AG-Anstieg puffert diese Stressantwort und hilft, dass das System wieder herunterfährt. Quellen: Morena, Patel et al. 2016

Für Trauma-Verarbeitung wird das System an einer entscheidenden Stelle relevant: Das ECS gilt als Schlüsselsystem für die sogenannte Furchtextinktion – die Fähigkeit, eine einmal gelernte Furchtreaktion durch neue, sichere Erfahrungen wieder abzulegen. Tierexperimente zeigen, dass eine reduzierte CB1-Funktion das Löschen konditionierter Furchtreaktionen erschwert, während eine Aktivierung von CB1 die Auslöschung erleichtert. Quellen: Marsicano, Wotjak et al. 2002; Lutz 2007; Chhatwal et al. 2009; Bennett, Arnold et al. 2017

Warum das ECS bei PTBS-Patient:innen verändert ist

Genau dieses Gleichgewicht scheint bei PTBS gestört. In einer Untersuchung mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zeigten Patient:innen mit PTBS im Vergleich zu gesunden Kontrollen und zu Personen mit Trauma ohne PTBS eine global erhöhte Bindung an CB1-Rezeptoren im Gehirn, bei gleichzeitig erniedrigten Anandamid-Spiegeln im Blut. Bei Frauen, die häufiger an PTBS erkranken, war diese Veränderung stärker ausgeprägt als bei Männern. Die Autor:innen werten den Befund als Hinweis auf eine Beteiligung des ECS an der Entstehung der PTBS. Quellen: Neumeister, Normandin et al. 2013

Hinzu kommt ein Zeitfaktor: Frühkindliche Traumata gehen eher mit einer Herunterregulation des ECS einher (weniger Rezeptoren, weniger Liganden), während Traumata im Erwachsenenalter mit einer erhöhten Rezeptorexpression bei gleichzeitig reduzierten Liganden verbunden sind. Auch Glucocorticoide, die zentralen Stresshormone, können CB1-Rezeptoren unterdrücken und gelten als Prädiktor für maladaptive Stressreaktionen nach frühen Traumata. Quellen: Bassir Nia, Bender et al. 2019; Atsak, Morena et al. 2018; Goldstein Ferber, Trezza et al. 2021

Diese Befunde belegen noch keine Wirksamkeit, sie liefern aber die biologische Begründung, warum Cannabinoide bei traumabedingten Beschwerden wissenschaftlich untersucht werden. Wie belastbar die klinischen Daten sind, zeigen die folgenden Abschnitte.

Studienlage zu Cannabis bei PTBS: Was die Forschung zeigt – und was nicht

Bei kaum einer anderen psychiatrischen Erkrankung wird so kontrovers diskutiert, ob cannabisbasierte Arzneimittel helfen können, wie bei der posttraumatischen Belastungsstörung. Die Datenlage ist uneinheitlich und teils widersprüchlich. Quellen: Abizaid, Merali et al. 2019

Beobachtungs- und Kohortenstudien

Beobachtungsdaten ergeben ein gemischtes Bild. In einer prospektiven Studie an 2.276 US-Veteranen in stationärer Behandlung verschlechterten sich die PTBS-Symptome unter Cannabiseinnahme. Eine Längsschnittstudie mit 361 Veteranen deutete darauf hin, dass Cannabiskonsum trauma-assoziierte Intrusionen verstärken kann. Eine repräsentative kanadische Querschnittserhebung („Community Health Survey – Mental Health") zeigte hingegen ein signifikant geringeres Risiko schwerer depressiver Episoden und Suizidgedanken bei PTBS-Betroffenen, die Cannabis einnahmen. App-basierte Daten von 404 selbst diagnostizierten PTBS-Patient:innen ergaben unmittelbar nach der Einnahme eine über 50-prozentige Verbesserung von Intrusionen, Flashbacks, Reizbarkeit und Angst. Quellen: Wilkinson, Stefanovics et al. 2015; Metrik, Stevens et al. 2020; Lake, Kerr et al. 2020; LaFrance, Glodosky et al. 2020

Randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs)

Hochwertige RCTs sind rar. Die am häufigsten zitierte Untersuchung ist eine kleine placebokontrollierte Cross-over-Studie mit zehn kanadischen männlichen Militärangehörigen: Unter 0,5 mg Nabilon (titriert bis maximal 3,0 mg/Tag) verbesserten sich Albträume und der klinische Gesamteindruck signifikant gegenüber Placebo. Bei sieben von zehn Teilnehmern wurde der klinische Zustand als „sehr deutlich" oder „deutlich verbessert" eingestuft, gegenüber zwei von zehn unter Placebo. Auf Schlafqualität und Schlafdauer zeigte sich kein Effekt. Die NASEM-Übersicht 2017 stuft die Evidenz auf dieser Basis als „limited" ein – ein einzelner kleiner Hinweis, kein Wirksamkeitsbeleg. Quellen: Jetly, Heber et al. 2015; NASEM 2017

Symptome im Fokus: Schlaf, Albträume, Hyperarousal

Im Mittelpunkt der bisherigen Forschung stehen vor allem nächtliche Symptome:

  • In einer retrospektiven Auswertung von 47 Patientenakten besserten sich unter Nabilon (mittlere Dosis 0,5 mg) bei 72 Prozent die Albträume, teils auch Schlafqualität, Flashbacks und nächtliches Schwitzen.
  • Eine Studie mit 104 schwer psychisch kranken Strafgefangenen fand unter Nabilon (Ø 4 mg/Tag) Verbesserungen von Schlaflosigkeit, Albträumen, Funktionsniveau und chronischen Schmerzen.
  • In einer offenen Studie mit zehn PTBS-Patient:innen führte zweimal täglich 5 mg THC zu einer deutlichen Besserung von Schlafqualität, Albträumen und Hyperarousal.
  • Eine Fallserie mit elf Erwachsenen zeigte unter CBD (Ø 49 mg/Tag, 8 Wochen) bei zehn Personen Symptomverbesserungen. Quellen: Fraser 2009; Cameron, Watson et al. 2014; Roitman, Mechoulam et al. 2014; Elms, Shannon et al. 2019

Limitationen und offene Fragen

Die meisten Studien sind klein, unkontrolliert oder retrospektiv, mit überwiegend männlichen Veteranen-Kohorten. Eine PET-Bildgebung bei 25 PTBS-Betroffenen fand erhöhte CB1-Rezeptorbindung im Gehirn und verminderte Anandamidspiegel im Blut – ein Hinweis auf eine ECS-Beteiligung, aber kein Wirksamkeitsbeleg. Mehrere RCTs zu THC, CBD und Kombinationen laufen noch. Bis valide Ergebnisse vorliegen, gilt: Cannabis bei PTBS ist keine etablierte Standardtherapie, und ob eine Behandlung medizinisch sinnvoll ist, kann nur individuell durch eine Ärzt:in geprüft werden. Quellen: Neumeister, Normandin et al. 2013; NASEM 2017

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Untersuchte Cannabinoide: THC, CBD und synthetische Analoga

In Studien zu PTBS und verwandten Symptomen werden drei Wirkstoffgruppen untersucht: das psychoaktive THC, das nicht-psychoaktive CBD und synthetische Cannabinoide wie Nabilon. Sie greifen unterschiedlich in das Endocannabinoid-System ein und werden für unterschiedliche Symptomgruppen geprüft.

THC und Schlafarchitektur bei Trauma

THC bindet am CB1-Rezeptor und beeinflusst dort Stress-, Schlaf- und Angstverarbeitung. In einer offenen, unkontrollierten Studie an 10 PTBS-Patient:innen führte zweimal täglich 5 mg THC zu einer deutlichen Besserung von Schlafqualität, Albträumen und Hyperarousal. Wichtig: THC zeigt einen biphasischen Effekt – niedrige Dosen können Ängste mindern, höhere Dosen Ängste verstärken. Quellen: Roitman, Mechoulam et al. 2014

CBD und angstmodulierende Effekte

CBD wirkt nicht psychotrop und vermittelt seine Effekte unter anderem über TRPV1- und 5-HT1A-Rezeptoren. Präklinische Daten deuten auf angstlösende Effekte bei mehreren Angsterkrankungen hin, einschließlich PTBS. In einer Fallserie mit 11 erwachsenen PTBS-Patient:innen besserten sich die Symptome bei 10 von 11 unter einer mittleren Tagesdosis von 49 mg CBD über 8 Wochen. Ein Einzelfallbericht beschreibt zudem eine Verbesserung von Ängsten und Schlaf bei einem 10-jährigen Mädchen mit PTBS unter 37 mg CBD pro Tag. Quellen: Blessing, Steenkamp et al. 2015; Elms, Shannon et al. 2019; Shannon 2016

Synthetische Cannabinoide wie Nabilon

Nabilon ist ein vollsynthetisches THC-Derivat, das in Deutschland als Fertigarzneimittel verfügbar ist und etwa 7- bis 8-mal stärker wirkt als Dronabinol. In einer placebokontrollierten Cross-over-Studie an kanadischen Militärangehörigen mit PTBS verbesserten 0,5 mg Nabilon Albträume und den klinischen Gesamteindruck signifikant. Eine retrospektive Auswertung von 47 PTBS-Akten zeigte bei 72 % der Patient:innen eine Reduktion von Albträumen. Quellen: Jetly, Heber et al. 2015; Fraser 2009; Cameron, Watson et al. 2014

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Risiken, Nebenwirkungen und Kontraindikationen bei PTBS

Cannabisbasierte Arzneimittel sind keine harmlose Option. Gerade bei PTBS, wo Trauma, Angst und oft weitere psychische Erkrankungen zusammenkommen, gehört eine ehrliche Risiko-Nutzen-Abwägung zur ärztlichen Pflicht.

Mögliche unerwünschte Wirkungen

In der Begleiterhebung des BfArM mit über 16.000 Datensätzen waren die häufigsten Nebenwirkungen Müdigkeit (rund 15 %), Schwindel (rund 10 %), Übelkeit, Mundtrockenheit, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen sowie Appetitsteigerung. Selten, aber relevant sind psychotische Reaktionen wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder Suizidgedanken – sie traten in unter 1 % der Fälle auf, dürfen laut BfArM aber „auch bei niedrigen Dosierungen nicht unterschätzt werden". Die Inhalation führt durch die schnelle Anflutung zu höheren Spitzenkonzentrationen als die orale Einnahme und kann Angst, Unruhe oder Übelkeit verstärken. Viele dieser Effekte betreffen die Vigilanz, was Sturzrisiko und Fahrtüchtigkeit beeinflussen kann. Quellen: BfArM Begleiterhebung 2022; Cremer-Schaeffer 2019; Ware, Wang et al. 2015

Komorbiditäten: Sucht, Psychose, Depression

Bei PTBS-Patient:innen sind Begleiterkrankungen häufig – und genau hier ist Vorsicht geboten. Regelmäßiger Cannabiskonsum erhöht das Risiko für psychotische Störungen um das 1,4- bis 3,4-fache, besonders bei genetischer Vulnerabilität für Schizophrenie. Auch bei bipolaren Störungen, Panikstörungen und Angsterkrankungen kann sich die Symptomatik unter höheren THC-Dosen verschlechtern. Studien an US-Veteranen mit PTBS zeigten teils widersprüchliche Befunde: Während einige Erhebungen eine Verschlechterung der PTBS-Symptome und sogar eine Zunahme suizidaler Gedanken beschrieben, fand eine kanadische Querschnittserhebung bei PTBS-Betroffenen unter Cannabis ein geringeres Risiko depressiver Episoden. Bei vorbestehender Suchterkrankung kann sich Cravingverhalten auf Cannabis ausweiten. Quellen: Hoch, Friemel et al. 2019; Wilkinson, Stefanovics et al. 2015; Allan, Ashrafioun et al. 2019; Lake, Kerr et al. 2020

Wann Cannabis nicht in Frage kommt

Für THC-dominierte Cannabisarzneimittel gelten drei zentrale Kontraindikationen:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • schwere psychische Erkrankungen (insbesondere Schizophrenie und psychotische Störungen)
  • Alter unter 18 Jahren bei nicht abgeschlossener Hirnreifung

Vorsicht ist außerdem geboten bei koronarer Herzkrankheit, instabilem Blutdruck, schweren Leberfunktionsstörungen und bei familiärer Vorbelastung mit Schizophrenie. Auch Wechselwirkungen sind relevant: THC und CBD können sedierende Effekte anderer Neuropharmaka, etwa Antidepressiva oder Benzodiazepine, verstärken. CBD hemmt CYP3A4 und CYP2C19 und kann dadurch Plasmaspiegel von Begleitmedikamenten wie Clobazam, Warfarin oder Tacrolimus deutlich erhöhen. Ob eine cannabisbasierte Therapie für dich geeignet ist, entscheidet deine behandelnde Ärzt:in individuell. Quellen: Herdegen in Ziegler 2022; Franco und Perucca 2019; Leino, Emoto et al. 2019

Rolle der Ärzt:in bei der Therapie-Entscheidung

Eine cannabisbasierte Therapie ist keine Selbstbedienung. Ob sie für dich infrage kommt, entscheidet eine approbierte deutsche Ärzt:in nach Prüfung deiner individuellen Situation, deiner Vorgeschichte und deiner bisherigen Behandlungen. Bei HealGreen läuft diese Prüfung asynchron und schriftlich: Du füllst einen strukturierten Fragebogen aus, die Ärzt:in bewertet deine Angaben telemedizinisch.

Wann eine cannabisbasierte Therapie geprüft wird

In Deutschland dürfen Ärzt:innen aller Fachrichtungen Cannabisarzneimittel verordnen, eine Facharztbeschränkung gibt es nicht. Geprüft wird, ob eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und ob etablierte Therapien ausgeschöpft, unverträglich oder im Einzelfall nicht anwendbar sind. Die Therapieverantwortung liegt vollständig bei der behandelnden Ärzt:in; ihre begründete Einschätzung ist entscheidend. Bei PTBS ist die Datenlage uneinheitlich, daher wägt die Ärzt:in besonders sorgfältig ab. Quellen: Hoch, Schneider et al. 2017

Auswahl von Sorte, Form und Wirkstoffprofil

Cannabisarzneimittel sind keine austauschbare Massenware. Cannabisblüten, Extrakte, Dronabinol oder Nabilon unterscheiden sich in THC- und CBD-Gehalt, Darreichung und Wirkprofil. Internationale Empfehlungen, etwa der Israelischen Cannabis Agentur, nennen für PTBS überwiegend CBD-betonte Zubereitungen, gegebenenfalls ergänzt durch THC-reichere Optionen zur akuten Symptomlinderung. Welche Form und welches Wirkstoffverhältnis im Einzelfall passen, legt die Ärzt:in patientenindividuell fest – immer in Absprache mit dir. Quellen: Israeli Medical Cannabis Agency 2017; MacCallum und Russo 2018

Begleitung und Verlaufskontrolle

Eine Cannabistherapie startet nach dem Prinzip „start low, go slow": niedrige Anfangsdosis, langsame Anpassung. Auswertungen der BfArM-Begleiterhebung zeigen, dass im Verlauf häufig Dosis oder Sorte angepasst werden – bei Blüten wurde die Sorte in rund 38 % der Fälle gewechselt. Bei HealGreen bleibst du über schriftliche Rückmeldungen mit deiner Ärzt:in im Austausch, sodass Wirkung und Verträglichkeit im Blick bleiben. Quellen: BfArM Begleiterhebung 2022

Cannabis bei PTBS über HealGreen anfragen: So läuft es ab

Der Weg zu einer ärztlichen Prüfung über HealGreen ist asynchron, rein schriftlich und auf das Wesentliche reduziert. Es gibt keine Videosprechstunde und kein Telefonat – approbierte deutsche Ärzt:innen prüfen deine Angaben telemedizinisch im Rahmen einer Fernbehandlung.

Digitaler Fragebogen in 3 Minuten

Im ersten Schritt beantwortest du online einen strukturierten Fragebogen. Abgefragt werden ähnliche Punkte, wie sie auch im ärztlichen Versorgungsalltag dokumentiert werden: Symptome, Dauer der Beschwerden, Begleiterkrankungen, aktuelle Medikation und bisher erfolgte Therapien sowie deren Erfolg oder Abbruchgründe. Diese Informationen sind die Grundlage einer fundierten ärztlichen Einschätzung.

Asynchrone ärztliche Prüfung

Eine deutsche Ärzt:in prüft deinen Fragebogen schriftlich und individuell. Bewertet wird, ob eine cannabisbasierte Therapie medizinisch in Frage kommt, welche Vorbehandlungen es gab und ob Kontraindikationen vorliegen. Bei Rückfragen meldet sich die Ärzt:in schriftlich zurück. Die Entscheidung über eine Verordnung trifft, wie immer in Deutschland, allein die behandelnde Ärzt:in nach individueller Prüfung. Eine Garantie für ein Rezept gibt es nicht.

E-Rezept und Lieferung über deutsche Apotheke

Bewertet die Ärzt:in die Therapie als geeignet, erhältst du ein E-Rezept, das in einer deutschen Partnerapotheke eingelöst wird. Die Apotheke beliefert dich diskret innerhalb von 24–28 Stunden – in geruchsdichter Verpackung und im Glasbehälter. Deine Daten bleiben dabei bei HealGreen und der Apotheke; sie gehen nicht an Hausarzt oder Krankenkasse.

Quellen (43)

FAQ

Häufige Fragen zu Cannabis und PTBS

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Weiterführend

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Medizinischer Haftungsausschluss

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die zitierten Studien beschreiben den aktuellen Stand der Forschung, nicht das individuelle Ansprechen einer bestimmten Patient:in. Eine cannabisbasierte Therapie kommt nur nach individueller ärztlicher Prüfung und Verordnung in Betracht. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wende dich an deine Ärzt:in oder Apotheker:in.