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Haschisch: Was es ist, wie es hergestellt wird und wie die Rechtslage aussieht

Haschisch erklärt: Was steckt drin, wie entsteht es, was ist legal — und welche Rolle spielt es in der Cannabis-Therapie? Sachliche Einordnung mit Quellen.

Aktualisiert
2026-04-28
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13 Minuten
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Haschisch: Was es ist, wie es hergestellt wird und wie die Rechtslage aussieht

Haschisch wirft viele Fragen auf: Was steckt eigentlich drin, wie entsteht es, was ist legal, und welche Rolle spielt es in der Cannabis-Therapie? Dieser Leitfaden ordnet die Fakten ein, erklärt den Unterschied zu Cannabisblüten und Extrakten und zeigt, wie der Weg zu medizinischem Cannabis heute in Deutschland aussieht — vom Wirkstoff THC bis zum Cannabisgesetz und zur THC-Nachweisbarkeit.

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Was ist Haschisch? Definition und Herkunft

Haschisch ist kein Pflanzenteil im engeren Sinne, sondern ein Konzentrat aus dem Harz der Cannabispflanze. Es entsteht, wenn die winzigen Harzdrüsen, die auf den weiblichen Blüten sitzen, von der Pflanze gelöst und anschließend verdichtet werden. Diese Harzdrüsen heißen Trichome und enthalten den Großteil der wirksamen Inhaltsstoffe — vor allem THC, CBD und die aromatischen Terpene. Haschisch ist deshalb deutlich konzentrierter als die Blüte, aus der es stammt.

Haschisch als Cannabisharz

Cannabis bildet auf den Blütenständen weiblicher Pflanzen sogenannte Drüsentrichome. In ihnen werden Cannabinoide und Terpene synthetisiert und als klebriges Harz gespeichert. Bis zu rund 30 % der Trockenmasse weiblicher Cannabisblüten können auf Cannabinoide entfallen, während männliche Pflanzen und Blätter nur sehr wenig Harz produzieren.

Bei der Haschisch-Herstellung geht es darum, genau dieses Harz zu gewinnen. Die Gemeinsamkeit aller Methoden: Es ist eine rein physikalische Aufkonzentration der Trichome mit anschließender mechanischer Verpressung. Lösungsmittel wie Butan oder Alkohol kommen klassisch nicht zum Einsatz — Produkte mit Lösungsmitteln zählen zu den Extrakten, nicht zum Haschisch im engeren Sinn.

Je nach Verfahren sieht Haschisch sehr unterschiedlich aus: bröselig-trocken, klebrig-weich oder ölig. Auch die Farbe reicht von Gold über Braun bis Schwarz. Der THC-Gehalt schwankt entsprechend stark und hängt sowohl vom Herstellungsprozess als auch vom verwendeten Cannabis-Kultivar ab.

Nahaufnahme von Cannabis-Trichomen auf einer Blüte
Die Trichome auf der Blütenoberfläche enthalten das Harz, aus dem Haschisch gewonnen wird.

Abgrenzung zu Marihuana und Blüten

Im Alltag werden die Begriffe häufig vermischt. Fachlich lassen sie sich klar trennen:

  • Cannabisblüten sind die getrockneten, blühenden Triebspitzen der weiblichen Pflanze. So definiert sie das Deutsche Arzneibuch für die medizinische Verwendung; Wirkstoffgehalt und Reinheit sind hier standardisiert.
  • Marihuana meint umgangssprachlich dasselbe Material, allerdings ausschließlich im nicht-medizinischen Kontext. Der Begriff ist eher mit „Straßencannabis" gleichzusetzen, das anders als Medizinalcannabis keiner pharmazeutischen Qualitätskontrolle unterliegt.
  • Haschisch ist kein Blütenmaterial, sondern das aus den Blüten abgetrennte und verdichtete Harz — also ein Konzentrat, kein Kraut.

Der Unterschied ist auch praktisch relevant: Weil Haschisch eine konzentrierte Form ist, kann der THC-Gehalt deutlich über dem von Blüten liegen. Bei in Deutschland sichergestelltem Haschisch lag der durchschnittliche THC-Gehalt zwischen 1997 und 2012 noch bei rund 6,7–8,4 %, stieg bis 2019 jedoch auf etwa 22,6 %. Bei Marihuana-Blüten lag der Median im selben Zeitraum bei rund 13,7 %.

Geschichtlicher Hintergrund

Hanf gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt; seine Heimat liegt vermutlich in Zentralasien. In Europa wurden über Jahrhunderte vor allem Faser und Samen genutzt, der Gebrauch als Rausch- oder Heilmittel war hier lange unbekannt. Erst durch Reisende und Handelskontakte mit dem Orient und Indien wurde im 16. bis 18. Jahrhundert beschrieben, dass Cannabis in anderen Kulturen auch berauschend genutzt wurde.

Wann Haschisch zum ersten Mal nach Europa gelangte, ist nicht eindeutig belegt — möglicherweise bereits 1690 durch den englischen Kaufmann John Jacob Belon. Eine breitere medizinische Bedeutung erlangten Haschisch-Präparate erst im 19. Jahrhundert: 1840 setzte der französische Arzt Louis Aubert-Roche Haschisch in Ägypten ein, kurz darauf experimentierte der Psychiater Jacques Joseph Moreau de Tours systematisch damit. Im 20. Jahrhundert verdrängten neue synthetische Arzneimittel und strengere Betäubungsmittelgesetze die Haschisch-Präparate aus der Medizin nahezu vollständig — bis die Renaissance des medizinischen Cannabis ab den 1990er-Jahren einsetzte.

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Herstellung von Haschisch: Vom Trichom zum Pressblock

Haschisch entsteht immer auf demselben Grundprinzip: Die harzhaltigen Trichome der weiblichen Cannabisblüte werden von der Pflanze gelöst, gesammelt und mechanisch verdichtet. Welches Verfahren genutzt wird, entscheidet wesentlich über Farbe, Konsistenz, Aroma und THC-Gehalt des Endprodukts.

Traditionelle Handherstellung (Charas)

Eine der ältesten Methoden ist das Handreiben. Frische, nicht getrocknete Cannabisblüten werden vorsichtig zwischen den Handflächen gerieben. Durch Druck und Wärme lösen sich die klebrigen Trichome, bleiben an den Händen haften und werden anschließend abgekratzt oder zu Kugeln und Stangen geformt. Dieses Produkt heißt traditionell Charas und stammt vor allem aus dem indischen Kulturraum.

Trockensiebung und Dry-Sift

Steht kein frisches Pflanzenmaterial zur Verfügung, ist die Trockensiebung der klassische Weg. Getrocknete Blüten werden über ein engmaschiges Metallsieb (Pollinator) bewegt, meist in einem mehrstufigen Grinder oder einer größeren Siebkiste. Das Pflanzenmaterial bleibt zurück, die kleineren Trichome (Durchmesser je nach Kultivar 15–500 µm) fallen durch die Maschen. Das Ergebnis heißt Kief oder „Dry Sift": ein feines, puderartiges Pulver, meist hellbraun bis grünlich-braun, das fast nur aus Harzdrüsen besteht. Kief ist Ausgangsmaterial für die meisten weiteren Haschischformen.

Ice-O-Lator und Wasserextraktion

Bei der Wasserextraktion (auch Bubble Hash oder Ice-Water-Hash) werden die Blüten in einer Mischung aus reichlich Eis und kaltem Wasser bewegt. Die Trichome frieren ein, werden spröde und brechen durch kräftiges Rühren ab. Die Mischung wird anschließend durch mehrere Siebbeutel mit abnehmender Maschenweite (etwa 250 µm bis 25 µm) filtriert, bis nur noch die feinen Harzpartikel zurückbleiben. Nach dem Trocknen entsteht eine sandartige, bräunlich-goldene Masse. Hochwertiges Bubble Hash bildet beim Erhitzen Blasen — ein Hinweis auf besondere Reinheit. Die Qualitätsstufen reichen von einem bis sechs Sternen („Full-Melt"), wobei die höchste Stufe beim Erhitzen vollständig schmilzt, weil keine Pflanzenreste mehr enthalten sind. Eine Variante ist Dry Ice Hash, bei dem statt Eiswasser Trockeneis (–78 °C) als Kühlmittel dient.

Bräunlich-goldenes Bubble Hash mit körniger, sandartiger Konsistenz
Bubble Hash entsteht durch Eiswasser-Extraktion und mehrstufige Siebung – die körnige, goldbraune Konsistenz ist typisch für hohe Reinheit. Quelle · Bubble Hash, gewonnen durch Eiswasser-Extraktion und Siebung

Pressen, Lagerung und Konsistenz

Aus Kief wird klassisches Haschisch erst durch Verpressung. Allein durch Druck — in speziellen Pollenpressen mit Stempel und Schraubgewinde, die bis zu 300 bar erzeugen — verkleben die Trichome zu einem Block. Dieses kalt gepresste Produkt verändert sein Aussehen, behält Geschmack und Wirkung des Ausgangsmaterials aber weitgehend bei; es bleibt allerdings staubig und krümelig.

Für „klassisches", weiches Haschisch kommt zusätzlich Wärme ins Spiel. Eine traditionelle Variante: Kief wird in Cellophan und nasses Zeitungspapier gewickelt, im Ofen bei rund 170 °C kurz erhitzt und dann unter Druck flach gepresst, etwa mit einem Nudelholz. Das Wechselspiel aus Erwärmen und Pressen kann mehrfach wiederholt werden, bis ein geschmeidiger Block entsteht, der über Nacht im Kühlschrank aushärtet.

Das Ergebnis ist eine sehr heterogene Produktgruppe — von bröselig-trocken über klebrig bis ölig. Auch der THC-Gehalt schwankt deutlich: In Deutschland sichergestelltes Haschisch lag zwischen 1997 und 2012 im Durchschnitt zwischen 6,7 und 8,4 % THC, stieg seither aber kontinuierlich an und erreichte 2019 rund 22,6 %. Diese Zunahme wird in der Forschung mit einem höheren Suchtpotenzial und stärkeren Risiken für die psychische Gesundheit in Verbindung gebracht, auch wenn die Studienlage nicht vollständig einheitlich ist. Quellen: Freeman und Winstock 2015; Di Forti, Marconi et al. 2015; Chan, Hall et al. 2017; Meier 2017; Freeman, van der Pol et al. 2018; van der Pol, Liebregts et al. 2013

Bei der Lagerung gilt: Cannabinoide sind oxidations- und lichtempfindlich. THC baut sich unter Einfluss von Licht und Sauerstoff zu Cannabinol (CBN) ab. Für arzneiliche Cannabisblüten schreibt das Deutsche Arzneibuch deshalb eine dicht verschlossene, lichtgeschützte Verpackung und Lagerung unter 25 °C vor — ein Prinzip, das sinngemäß auch für Haschisch gilt. Quellen: Fairbairn, Liebmann et al. 1976; Flemming, Muntendam et al. 2007; Hazekamp, Fischedick et al. 2010

Haschisch, Cannabisblüten und Extrakte im Vergleich

Cannabisblüten, Haschisch und Extrakte sind drei sehr unterschiedliche Produktkategorien. Sie unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern vor allem in ihrer Konzentration und in der Art, wie sie hergestellt werden.

THC- und CBD-Gehalt im Vergleich

Beim getrockneten Blütenmaterial liegt der THC-Gehalt heute meist im zweistelligen Prozentbereich. Für in Deutschland sichergestelltes Marihuana stieg der Medianwert von 5,0 % (1997) auf 13,7 % (2019), bei Haschisch im selben Zeitraum auf rund 22,6 %. Haschisch ist also im Schnitt deutlich potenter als die Blüten, aus denen es gewonnen wird. Quellen: DBDD-Workbooks „Drogenmärkte und Kriminalität"; Freeman, Groshkova et al. 2019

Lösungsmittelextrakte gehen noch weiter: Per Vakuum-Destillation lässt sich THC auf über 80 % anreichern, fraktionierte Destillation liefert sogar Reinsubstanz. Der „Eingestellte Cannabisextrakt" nach Deutschem Arzneibuch bewegt sich dagegen in einer Spanne von 1–25 % THC (m/m), weil er gezielt durch Mischen oder mit mittelkettigen Triglyceriden eingestellt wird.

Konsistenz, Wirkstoffprofil und Terpene

Cannabisblüten enthalten ihr Wirkstoffspektrum in den Trichomen. Haschisch ist eine rein physikalische Aufkonzentration dieser Trichome — ohne Lösungsmittel — und kann je nach Herstellung bröselig, klebrig oder ölig sein. Lösungsmittelextrakte (BHO, CO₂- oder Ethanolextrakte) reichen von dünnflüssig bis wachsartig. Mono- und Sesquiterpene, die das Aroma prägen und für den diskutierten Entourage-Effekt verantwortlich gemacht werden, machen 2–5 % der Trockenmasse der Blüten aus. Beim Erhitzen oder bei harscher Extraktion gehen sie aber teilweise verloren. Quellen: Russo 2011; Lewis, Russo et al. 2018

Abgrenzung zu Vollspektrum-Extrakten und Ölen

Sogenannte Vollspektrum- oder, fachlich präziser, Breitspektrumextrakte spiegeln neben THC und CBD auch Terpene und Flavonoide wider. Cannabisöle sind in der Regel solche Extrakte, gelöst in MCT-Öl. Haschisch ist davon klar abzugrenzen: Es entsteht ohne Lösungsmittel, allein durch Sieben, Druck und Wärme. Damit ist es weniger pur als ein destillierter Extrakt, aber konzentrierter als die Blüte.

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Arten von Haschisch: Afghani, Marokkanisch, Charas & Co.

Haschisch ist nicht gleich Haschisch. Je nach Herkunft, Pflanzenmaterial und Herstellungsweg unterscheiden sich Farbe, Konsistenz, Aroma und THC-Gehalt deutlich. Traditionelle Sortennamen folgen dem Anbaugebiet, moderne Bezeichnungen orientieren sich am Herstellungsprozess.

Klassische regionale Sorten: Marokko, Afghanistan, Libanon

Aus der Zeit der traditionellen Haschischgewinnung stammen Begriffe wie „Schwarzer Afghane", „Roter Libanese", „Brauner Marokkaner" oder „Grüner Türke". Sie verweisen auf das Anbaugebiet und auf typische Farbtöne des Endprodukts. Diese Bezeichnungen werden heute zunehmend ungebräuchlich, weil neue Produkte und neue Herstellungsverfahren in den Vordergrund rücken. Detaillierte Unterscheidungen wie marokkanisches „Zero" oder „Ketama", Unterschiede zwischen afghanischem und pakistanischem Haschisch oder libanesisches Rotes und Gelbes sind in der hier ausgewerteten Fachliteratur nicht näher beschrieben — wir verzichten daher bewusst auf Festlegungen, die sich nicht belegen lassen.

Charas: handgerolltes Haschisch aus Indien

Charas gehört zu den ältesten Haschischformen. Ausgangsmaterial ist frisches, nicht getrocknetes Cannabis, das vorsichtig zwischen den Handflächen gerieben wird. Druck und Wärme lösen die klebrigen Trichome, sie haften an den Händen und werden anschließend zu Kugeln oder Stangen geformt. Quellen: Connell Clarke 1998; Hamayun und Shinwari 2004

Bubble Hash und Rosin: die modernen Varianten

Bei Bubble Hash (auch Ice Water Hash) werden Cannabisblüten mit Eis und Wasser gekühlt, sodass die Trichome spröde abbrechen. Über Siebbeutel mit abnehmender Maschenweite (ca. 250 µm bis 25 µm) trennt man Pflanzenreste ab; die feinste Fraktion ergibt nach dem Trocknen das eigentliche Haschisch. Hochwertiges Bubble Hash hat eine bräunlich-goldene Farbe und wirft beim Erhitzen Blasen — daher der Name. Die Qualität wird mit ein bis sechs Sternen bewertet, die höchste Stufe heißt „Full-Melt".

Rosin entsteht ohne Lösungsmittel: Blüten, Kief oder Bubble Hash werden zwischen Pergamentpapier bei rund 115–160 °C unter Druck gepresst. Niedrigere Temperaturen liefern aromatischeres, helleres Rosin, höhere Temperaturen bringen mehr Ertrag, aber dunklere und klebrigere Konzentrate. Quellen: Small 2018; Rosenthal 2014; Casey und Kraynak 2019

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Rechtslage von Haschisch in Deutschland

Der folgende Überblick gibt den Rechtsstand wieder, wie er in der zugrunde liegenden Fachliteratur dokumentiert ist (Stand bis 2022). Spätere gesetzliche Anpassungen, insbesondere das Konsumcannabisgesetz von 2024, sind in den verwendeten Quellen nicht abgebildet. Für den aktuellen Stand bitte zusätzlich offizielle Stellen heranziehen.

Status nach dem Cannabisgesetz (CanG)

Rechtlich wird zwischen Marihuana und Haschisch nicht unterschieden — beides fällt als „Cannabis" unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Cannabis steht grundsätzlich in Anlage I des BtMG (nicht verkehrs- und nicht verschreibungsfähig). Mit dem „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften" vom 10. März 2017 wurde Cannabis zusätzlich in Anlage III aufgenommen — verkehrs- und verschreibungsfähig zu medizinischen Zwecken, sofern der Anbau unter staatlicher Kontrolle gemäß dem Einheitsübereinkommen von 1961 erfolgt. Quellen: Cannabisgesetz 2017; Single Convention on Narcotic Drugs 1961

Besitz, Eigenanbau und Weitergabe

Anträge auf kontrollierte Abgabe an Erwachsene (Berlin 2015, Schleswig-Holstein 1997) wurden vom BfArM abgelehnt, weil die legale Abgabe zu Genusszwecken mit der damaligen Systematik des BtMG nicht vereinbar war. Eigenanbau und Weitergabe zu nicht-medizinischen Zwecken waren nach dieser Rechtslage strafbar. Quellen: BtMG; BfArM 2013

Haschisch im Straßenverkehr

Für THC gilt im Straßenverkehr nach § 24a StVG eine Entscheidungsgrenze von 1 ng/ml Blutserum, ab der eine eingeschränkte Fahrsicherheit unterstellt werden kann. Bei Patient:innen, die Medizinalcannabis bestimmungsgemäß einnehmen, greift das sogenannte Medikamentenprivileg nach § 24a Abs. 2 Satz 2 StVG. Liegen jedoch substanzbedingte Leistungsdefizite vor, kann unabhängig vom Privileg ein Straftatbestand nach §§ 315c oder 316 StGB vorliegen. Quellen: Grenzwertkommission 2007; Graw und Mußhoff 2016

Medizinisches Haschisch auf Rezept

Verschreibungsfähig sind Cannabisblüten, Cannabisextrakte und zugelassene Fertigarzneimittel — Haschisch in seiner klassischen Form ist in der Fachliteratur nicht als medizinische Darreichungsform aufgeführt. Die Höchstmengen nach § 2 BtMVV liegen pro Patient:in und 30 Tage bei 100 g Blüten oder 1 g Extrakt (bezogen auf den THC-Gehalt). Bei gesetzlich Versicherten ist die Kostenübernahme nach § 31 Abs. 6 SGB V vor Therapiebeginn von der Krankenkasse zu genehmigen. Quellen: BtMVV § 2; SGB V § 31 Abs. 6

Haschisch in der medizinischen Anwendung

Stellenwert von Haschisch in der Cannabis-Therapie

Haschisch im klassischen Sinn — also gepresstes Cannabisharz aus dem Schwarzmarkt — spielt in der modernen medizinischen Versorgung keine Rolle. Der Grund ist einfach: Eine Therapie braucht eine gleichbleibende Qualität und einen bekannten Wirkstoffgehalt. Genau das war historisch das Problem von Haschisch-Präparaten und einer der Gründe, warum sie im 20. Jahrhundert aus der Schulmedizin verschwanden. Heute wird in Deutschland mit standardisierten Cannabisblüten, eingestellten Extrakten und Fertigarzneimitteln gearbeitet, deren THC- und CBD-Gehalt definiert und dokumentiert ist.

Typische Indikationen und Studienlage

Laut der bundesweiten Begleiterhebung des BfArM ist chronischer Schmerz mit Abstand die häufigste Indikation: Über drei Viertel der mit Cannabisarzneimitteln behandelten Patient:innen erhalten sie deswegen. Weitere relevante Indikationen sind Spastik bei Multipler Sklerose, chemotherapie-bedingte Übelkeit und Appetitverlust. Systematische Übersichtsarbeiten sehen die beste Evidenz bei chronischen, vor allem neuropathischen Schmerzen, bei MS-Spastik sowie bei chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen. Für viele andere Bereiche ist die Datenlage dünner. Quellen: Whiting, Wolff et al. 2015; National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine 2017; BfArM Begleiterhebung 2022

Cannabisblüten und Extrakte als gängige Darreichungsformen

In der Praxis dominieren drei Darreichungsformen: Cannabisblüten (meist inhalativ über Vaporisator), eingestellte Cannabisextrakte (oral, als ölige Lösung) und Fertigarzneimittel wie Mundsprays oder Kapseln. Extrakte werden auf einen definierten THC- und CBD-Gehalt eingestellt, sodass die Dosierung reproduzierbar ist. Klassisches Haschisch findet sich in dieser Auswahl nicht.

Wie der Weg zum Rezept bei HealGreen läuft

Bei HealGreen läuft der Prozess rein digital. Du füllst einen strukturierten Fragebogen in etwa drei Minuten aus. Eine approbierte deutsche Ärzt:in prüft deine Angaben schriftlich im Rahmen einer telemedizinischen Fernbehandlung und entscheidet im Einzelfall, ob eine Cannabis-Therapie für dich infrage kommt. Bei Rückfragen meldet sich die ärztliche Seite schriftlich. Bei medizinischer Eignung erhältst du ein E-Rezept, einlösbar in einer deutschen Partnerapotheke; die Lieferung erfolgt diskret und geruchsdicht in 24–28 Stunden.

Nachweisbarkeit von Haschisch im Körper

Wer Haschisch konsumiert, nimmt vor allem THC auf. Wie lange THC und seine Abbauprodukte nachweisbar sind, hängt stark von Konsummuster, Stoffwechsel und Testverfahren ab. Wichtig: Nachweisbar bedeutet nicht automatisch akut beeinträchtigt.

THC-Nachweis im Urin

Im Urin wird vor allem das Abbauprodukt THC-COOH gemessen. Bei gelegentlichem Konsum liegt das Nachweisfenster meist bei zwei bis fünf Tagen, bei regelmäßigem täglichen Konsum kann es deutlich länger sein. In einer kontrollierten Studie waren einzelne chronische Konsument:innen nach Konsumstopp noch bis zu 24 Tage THC-positiv im Urin; THC-COOH war in einer weiteren Untersuchung bei einigen Teilnehmer:innen sogar über 30 Tage nachweisbar. Quellen: Lowe et al. 2009; Bergamaschi et al. 2013; Huestis 2007

Nachweis im Blut und Speichel

Im Blutserum fällt die THC-Konzentration nach dem Konsum zunächst rasch ab und verläuft dann flacher. Bei häufigem Konsum kann THC auch nach mehreren Tagen Abstinenz noch im niedrigen Nanogramm-Bereich nachgewiesen werden, ohne dass aktuell konsumiert wurde. In Deutschland gilt im Straßenverkehr ein Wert von 1 ng/ml Blutserum als rechtliche Entscheidungsgrenze. Speichel-Tests werden im Straßenverkehr als Vortest eingesetzt; direkt nach dem Rauchen sind dort sehr hohe Werte messbar, die innerhalb weniger Stunden stark abfallen. Quellen: Skopp und Pötsch 2008; Karschner et al. 2009; Grenzwertkommission 2007

Haaranalyse bei Langzeitkonsum

Über die Haaranalyse lässt sich Konsum retrospektiv über Monate erfassen — bei sehr langen Haaren prinzipiell bis zu drei Monaten und länger. Die Sensitivität ist allerdings begrenzt: In einer Studie waren nur etwa zwei Drittel der täglichen und ein Drittel der nicht-täglichen Konsument:innen positiv. Quellen: Huestis et al. 2007; Skopp et al. 2007; Han et al. 2011

Faktoren, die die Nachweisdauer beeinflussen

Mehrere Faktoren verlängern das Nachweisfenster: die hohe Fettlöslichkeit von THC, die Einlagerung im Fettgewebe mit einer Halbwertszeit von mehreren Wochen, ein enterohepatischer Kreislauf sowie genetische Unterschiede im Abbauenzym CYP2C9, die zu bis zu dreifachen Schwankungen führen können. Auch Konsumhäufigkeit, Dosis und Körperfettanteil spielen eine Rolle. Quellen: Huestis 2007; Stout und Cimino 2014

Quellen (46)

FAQ

Häufige Fragen zu Haschisch

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Weiterführend

Weitere Infos

Medizinischer Haftungsausschluss

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die zitierten Studien beschreiben den aktuellen Stand der Forschung, nicht das individuelle Ansprechen einer bestimmten Patient:in. Eine cannabisbasierte Therapie kommt nur nach individueller ärztlicher Prüfung und Verordnung in Betracht. Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden wende dich an deine Ärzt:in oder Apotheker:in.